Wenn Sie mit dem Abpumpen beginnen, konzentriert sich viel Aufmerksamkeit auf den Aufbau Ihrer Milchproduktion. Wie oft sollten Sie abpumpen? Wann beginnen Sie mit dem Abpumpen? Und wie stellen Sie sicher, dass Sie genügend Milch für Ihr Baby abpumpen?
Aber es kommt auch ein Zeitpunkt, an dem viele Mütter das Abpumpen reduzieren möchten. Vielleicht, weil Ihr Baby älter wird, weil Sie wieder arbeiten, weil Sie weniger von einem Abpumpsplan abhängig sein möchten oder einfach, weil es sich für Sie wie der richtige Schritt anfühlt.
Dennoch merke ich, dass es gerade zum Abstillen viele Fragen gibt. Wie geht das ohne Beschwerden? Was passiert mit Ihrer Milchproduktion? Und wie beugen Sie Problemen wie Milchstau oder verstopften Milchgängen vor?
In diesem Blog erfahren Sie, was Sie erwarten können, wenn Sie mit einer Milchpumpe weniger abpumpen möchten und wie Sie dies ruhig und verantwortungsvoll angehen können.
Warum Mütter weniger abpumpen
Es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt, um das Abpumpen zu reduzieren. Jede Stillzeit verläuft anders und jede Mutter hat ihre eigenen Gründe.
Manche Mütter reduzieren das Abpumpen, weil ihr Baby immer mehr Beikost bekommt. Andere stellen fest, dass sie weniger Milch benötigen, weil ihr Kind häufiger direkt an der Brust trinkt. Auch die Rückkehr zur Arbeit, eine neue Schwangerschaft oder persönliche Vorlieben können eine Rolle spielen.
Was mir wichtig ist zu betonen, ist, dass das Abstillen kein Zeichen von Aufgeben oder Versagen ist. Stillen und Abpumpen sind kein Wettkampf. Es geht letztendlich darum, was zu Ihnen, Ihrem Baby und Ihrer Situation passt.
Warum ein abruptes Absetzen meist keine gute Idee ist
Wenn Ihr Körper daran gewöhnt ist, regelmäßig Milch zu produzieren, kann ein plötzliches Absetzen des Abpumpens zu Beschwerden führen.
Stillberaterinnen raten daher meist zu einem schrittweisen Abstillen. Ihr Körper braucht Zeit, um sich an eine geringere Milchnachfrage anzupassen. Wenn Sie von heute auf morgen aufhören, können Sie Folgendes erleben:
- Milchstau;
- schmerzende Brüste;
- verstopfte Milchgänge;
- ein erhöhtes Risiko für Brustentzündungen.
Durch schrittweises Abstillen erhält Ihre Milchproduktion die Möglichkeit, auf natürliche Weise abzunehmen.
Wie baut man das Abpumpen schrittweise ab?
Es gibt keinen Standard-Abstillplan, der für jede Mutter funktioniert. Die Geschwindigkeit, mit der Sie abstillen können, hängt unter anderem von Ihrer Milchproduktion, wie oft Sie abpumpen und wie Ihr Körper reagiert.
In der Praxis hilft es oft, eine Änderung nach der anderen vorzunehmen.
Sie können beispielsweise beginnen mit:
1. Eine Abpumpsitzung verkürzen
Pumpen Sie normalerweise fünfzehn Minuten ab? Dann können Sie dies auf zwölf oder zehn Minuten reduzieren. Dadurch signalisieren Sie Ihrem Körper, dass weniger Milch benötigt wird.
2. Mehr Zeit zwischen den Abpumpsitzungen lassen
Eine weitere Möglichkeit ist, die Zeit zwischen zwei Abpumpsitzungen langsam zu verlängern. Pumpen Sie beispielsweise alle drei Stunden ab? Dann können Sie beobachten, wie Ihr Körper reagiert, wenn Sie dies auf dreieinhalb oder vier Stunden ausdehnen.
3. Eine Abpumpsitzung pro Mal ausfallen lassen
Viele Mütter empfinden dies als die bequemste Art des Abstillens. Beginnen Sie beispielsweise mit der Sitzung, die für Sie am unwichtigsten erscheint, und geben Sie Ihrem Körper dann ein paar Tage Zeit, sich daran zu gewöhnen.
Hören Sie auf Ihren Körper
Was ich regelmäßig von Müttern höre, ist, dass sie gerne einen genauen Zeitplan einhalten möchten. Das verstehe ich sehr gut. Doch das Abstillen funktioniert oft besser, wenn Sie auf die Signale Ihres eigenen Körpers achten.
Fühlen sich Ihre Brüste gespannt oder schmerzhaft an? Dann kann es ratsam sein, etwas langsamer abzustillen.
Fühlen Sie kaum einen Unterschied? Dann können Sie möglicherweise etwas schneller den nächsten Schritt wagen. Ihr Körper zeigt oft erstaunlich gut an, was er braucht.
Was ist, wenn Ihre Milchproduktion von selbst abnimmt?
Manchmal bemerken Mütter, dass ihre Milchproduktion allmählich abnimmt, ohne dass sie bewusst abstillen.
Das kann verschiedene Ursachen haben. Denken Sie zum Beispiel an hormonelle Veränderungen, mehr feste Nahrung, weniger Stillmahlzeiten oder Veränderungen in Ihrem Tagesablauf.
Viele Mütter erschrecken davor und fragen sich, ob etwas nicht stimmt. In vielen Fällen ist eine allmähliche Abnahme jedoch ein normaler Bestandteil des Stillprozesses.
Zweifeln Sie oder machen Sie sich Sorgen? Dann kann es hilfreich sein, eine Stillberaterin um Rat zu fragen, um Ihre Situation zu beurteilen.
Vergessen Sie Ihr eigenes Wohlbefinden nicht
Wenn wir über Stillen und Abpumpen sprechen, liegt der Fokus oft auf dem Baby. Das ist natürlich logisch. Aber Ihr Wohlbefinden spielt eine mindestens genauso wichtige Rolle.
Abstillen kann manchmal Emotionen hervorrufen. Für manche Mütter ist es eine Erleichterung, während andere feststellen, dass es ihnen schwerfällt, eine Phase abzuschließen.
Beide Gefühle sind normal. Stillen ist mehr als nur Ernährung. Es ist oft auch mit Erwartungen, Erinnerungen und besonderen Momenten zusammen mit Ihrem Baby verbunden. Gönnen Sie sich daher den Raum, diesen Übergang auf Ihre Weise zu erleben.
Wann ist es ratsam, Hilfe zu suchen?
Obwohl das Abstillen meist problemlos verläuft, gibt es Situationen, in denen zusätzliche Unterstützung hilfreich sein kann.
Kontaktieren Sie zum Beispiel eine Stillberaterin oder einen Arzt, wenn Sie:
- starke Schmerzen haben;
- an wiederkehrenden Verstopfungen leiden;
- Symptome einer Brustentzündung entwickeln;
- unsicher sind, wie Sie abstillen können.
Sie müssen diesen Prozess nicht alleine durchlaufen.
Fazit
Was ich selbst gerne mitgeben möchte, ist, dass das Abstillen genauso ein Teil der Stillreise ist wie der Beginn.
Es wird oft viel über die Steigerung der Milchproduktion und den Aufbau eines Vorrats geschrieben, aber viel weniger über den Zeitpunkt, an dem man reduzieren möchte. Doch beide Phasen verdienen Aufmerksamkeit.
Mein Rat ist daher immer: Nehmen Sie sich Zeit, hören Sie auf Ihren Körper und wählen Sie ein Tempo, das zu Ihnen passt. Ein sanftes Abstillen sorgt oft nicht nur für mehr Komfort, sondern auch für mehr Vertrauen in diesen neuen Schritt.
Über die Autorin
Elles ist Mutter und eng in die Produktentwicklung bei Youha involviert. Aus ihren eigenen Erfahrungen und Gesprächen mit Müttern erkennt sie täglich die Fragen und Unsicherheiten, die rund um das Stillen und Abpumpen bestehen.
„Was ich oft höre, ist, dass Mütter viele Informationen über den Beginn des Abpumpens finden, aber viel weniger über das Abstillen. Dabei kann gerade dieser Moment auch viele Fragen aufwerfen. Mein Rat ist, sich Zeit zu nehmen und vor allem darauf zu vertrauen, was sich für Sie und Ihr Baby gut anfühlt.“
Liebe Grüße,
Elles Jannink-Baak
Youha Produktexpertin
