Wenn du schwanger bist oder gerade Mutter geworden bist, strömt eine riesige Menge an Informationen auf dich ein. Von Büchern und sozialen Medien bis hin zu gut gemeinten Ratschlägen von Familie, Freunden und anderen Eltern. Das kann sehr wertvoll sein, manchmal aber auch überwältigend.
Was mir dabei besonders auffällt, ist, wie schnell Mütter sich mit anderen vergleichen. Eine Mutter hat einen Gefrierschrank voller abgepumpter Muttermilch, die andere scheint mühelos monatelang voll zu stillen, und wieder eine andere teilt einen straffen Fütterungsplan, der perfekt zu funktionieren scheint.
Doch hinter diesen Geschichten steckt oft eine Realität, die man nicht sieht.
In diesem Blog möchte ich daher etwas weitergeben, das ich selbst für wichtig halte: Stillen muss nicht perfekt sein. Jede Mutter, jedes Baby und jede Stillreise ist anders. Gerade wenn man das akzeptiert, entsteht oft mehr Ruhe und Vertrauen.
Vergleichen ist sehr menschlich, erzählt aber nicht die ganze Geschichte
Fast jede Mutter tut es ab und zu. Man fragt sich, ob das eigene Baby oft genug trinkt, ob man genug Milch produziert oder warum eine andere Mutter viel mehr abzupumpen scheint. Besonders in den sozialen Medien scheint es manchmal, als ob bei anderen alles von selbst geht.
Doch soziale Medien zeigen meist nur einen kleinen Teil der Realität.
Man sieht vielleicht ein Foto von einem vollen Gefrierschrank mit Muttermilch, aber nicht, wie viele Abpumpsitzungen dem vorausgingen. Man liest eine Erfolgsgeschichte über das Stillen, aber nicht immer über die Momente der Unsicherheit, des Schmerzes oder des Zweifels.
Dadurch können leicht Gedanken entstehen wie:
- Warum pumpe ich weniger Milch ab als sie?
- Sollte mein Baby nicht länger oder öfter trinken?
- Warum klappt das Abpumpen bei mir nicht sofort?
- Habe ich überhaupt genug Milch?
- Mache ich etwas falsch?
Das sind sehr verständliche Fragen. Gleichzeitig ist es wichtig zu erkennen, dass die Situation einer anderen Mutter fast nie eins zu eins mit deiner vergleichbar ist.
Die abgepumpte Menge erzählt nur einen Teil der Geschichte
Eines der größten Missverständnisse beim Abpumpen ist, dass die abgepumpte Milchmenge genau zeigt, wie viel Milch man produziert. So einfach ist es nicht.
Jede Mutter reagiert anders auf eine Milchpumpe. Manche Frauen pumpen relativ leicht viel Milch ab, während andere weniger abpumpen, obwohl ihr Baby an der Brust gut trinkt. Eine abgepumpte Menge ist daher nicht automatisch ein guter Maßstab für deine gesamte Milchproduktion.
Auch jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus. Das eine Baby trinkt schnell und effizient, während ein anderes Baby öfter kleinere Mengen trinkt. Schlafzyklen, Alter, Wachstumsphasen und Ernährungsbedürfnisse spielen alle eine Rolle.
Was für die eine Familie perfekt funktioniert, muss für die andere Familie überhaupt nicht passen.
Meine Erfahrung ist, dass oft mehr Ruhe entsteht, wenn Mütter weniger nach dem "perfekten Schema" suchen und mehr lernen, auf ihre eigene Situation zu schauen. Zuverlässige Informationen können dabei helfen, aber letztendlich lernt man vor allem dadurch, sein eigenes Baby immer besser kennenzulernen.
Ein voller Gefrierschrank mit Muttermilch ist kein Selbstzweck
Online sieht man regelmäßig beeindruckende Milchvorräte. Es ist verständlich, dass man dadurch den Eindruck bekommen kann, selbst Dutzende Muttermilchbeutel auf Vorrat haben zu müssen.
Aber das muss überhaupt nicht sein.
Ein großer Vorrat ist in vielen Situationen einfach nicht notwendig. Wenn du genügend Milch für die Bedürfnisse deines Babys und eventuell etwas zusätzliche Milch für Zeiten hast, in denen du nicht anwesend bist, kann das völlig ausreichend sein.
Mehr zu produzieren ist zudem nicht automatisch besser. Eine Überproduktion kann sogar Beschwerden verursachen, wie gespannte Brüste, viel Auslaufen oder Milchstau.
Versuche daher, nicht nur auf die Milliliteranzahl in einem Fläschchen zu achten. Betrachte das größere Ganze.
Worauf kannst du dann achten?
Anstatt dich mit einer anderen Mutter zu vergleichen, gibt es ein paar Dinge, die für deine eigene Situation viel relevanter sind:
1. Achte auf dein Baby
Wie geht es deinem Kind? Wachstum, Entwicklung, ausreichend nasse Windeln und das allgemeine Wohlbefinden deines Babys geben wichtige Informationen. Wenn du Zweifel am Wachstum oder der Ernährung hast, besprich dies mit der Beratungsstelle oder einem anderen Experten.
2. Achte auf dich selbst
Stillen und Abpumpen dürfen manchmal eine Suche und Gewöhnung sein, aber anhaltende Schmerzen oder viel Stress verdienen Aufmerksamkeit. Bleibe nicht unnötig damit allein.
3. Achte darauf, was für euch machbar ist
Voll stillen, exklusives Abpumpen oder Stillen und Flaschenfütterung kombinieren: Es gibt nicht die eine Methode, die für jede Familie die beste ist.
Das Letzte finde ich selbst sehr wichtig. Eine Fütterungs- oder Abpumproutine muss nicht nur auf dem Papier gut funktionieren, sondern auch in euren Alltag passen.
Wann ist es ratsam, um Hilfe zu bitten?
Sich nicht zu vergleichen bedeutet natürlich nicht, dass man Sorgen ignorieren sollte. Gerade gute Informationen und professionelle Begleitung können enorm helfen, wenn man Zweifel hat.
Hast du zum Beispiel anhaltende Schmerzen beim Füttern oder Abpumpen, machst du dir Sorgen um das Wachstum deines Babys oder nimmt deine Milchproduktion unerwartet stark ab? Dann ist es ratsam, jemanden hinzuzuziehen.
Eine Stillberaterin kann zum Beispiel bei Fragen zum Anlegen, Abpumpen, zur Milchproduktion und zur richtigen Größe des Brustschildes helfen. Bei Fragen zur Gesundheit oder zum Wachstum deines Babys kannst du dich an die Beratungsstelle, deinen Hausarzt oder einen anderen beteiligten Gesundheitsfachmann wenden.
Um Hilfe zu bitten bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst. Manchmal kann eine praktische Anpassung bereits viel Unsicherheit nehmen.
Vertrauen wächst mit Erfahrung
Was ich in Gesprächen mit Müttern immer wieder höre, ist, dass Vertrauen meist nicht über Nacht entsteht. Es wächst.
Jede Stillmahlzeit, jede Abpumpsitzung und jede neue Erfahrung hilft dir, deinen eigenen Rhythmus zu finden. Auch wenn etwas einmal nicht so klappt, wie du es dir erhofft hast.
Eine komfortable und gut passende Milchpumpe kann das Abpumpen angenehmer machen, besonders wenn du regelmäßig abpumpst. Bei Youha legen wir daher großen Wert auf Komfort, verschiedene Passformen und die Möglichkeit, das Abpumpen so praktisch wie möglich in den Alltag zu integrieren. Aber eine Milchpumpe bleibt letztendlich ein Hilfsmittel. Gute Informationen, Begleitung bei Bedarf und Vertrauen in den eigenen Körper sind mindestens genauso wichtig.
Zum Schluss: Deine Stillreise muss nicht der eines anderen gleichen
Wenn ich eine Botschaft mitgeben dürfte, dann ist es diese: Lass das perfekte Bild los.
Stillen muss nicht perfekt verlaufen, um wertvoll zu sein. Du musst keinen riesigen Milchvorrat haben, du musst nicht denselben Zeitplan wie eine andere Mutter befolgen und du musst dich nicht an der Anzahl der abgepumpten Milliliter messen lassen.
Ob du nun voll stillst, ausschließlich abpumpst oder verschiedene Fütterungsarten kombinierst: Letztendlich geht es darum, dass du einen Weg findest, der zu dir, deinem Baby und eurer Familie passt.
Sei daher milde zu dir selbst, nutze zuverlässige Informationen und wage es, bei Zweifeln professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt keine perfekte Stillreise. Es gibt vor allem einen Weg, der für euch funktioniert.
Über die Autorin
Elles ist Mutter und eng in die Produktentwicklung bei Youha involviert. Aus ihren eigenen Erfahrungen und den vielen Gesprächen mit Müttern sieht sie täglich, wie viele Fragen und Unsicherheiten rund um das Stillen und Abpumpen entstehen können.
"Was ich Müttern am liebsten mit auf den Weg geben möchte, ist, dass man sich nicht mit anderen vergleichen muss. Jedes Baby ist anders und jede Mutter auch. Schau vor allem darauf, was für euch funktioniert, trau dich, um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist, und sei nicht zu streng mit dir selbst. Stillen und Abpumpen müssen nicht perfekt laufen, um wertvoll zu sein."
Liebe Grüße,
Elles Jannink-Baak
Youha Produktexpertin
